Rückblick Bünder-Bläserfestival 2025
Bericht über das Bünder Bläserfestival vom 19. bis 21. September 2025
Ein Wochenende der ganz besonderen Art konnten alle Freunde der Blechblasinstrumente im Ravensberger Land erleben. Das Bünder Bläserfestival begann am Freitagabend mit einem festlichen Konzert des Bläserensembles „Harmonic Brass“ aus München. Obwohl nur zu fünft, füllten sie den großen Raum der Pauluskirche mit wundervollen Klängen aus ihrem neuen Programm „Playlist“. Dieses umfasste neben Klassikern wie dem Bolero von Maurice Ravel vor allem drei thematische Suiten. Zunächst wurde „Die Moldau“ von Bedrich Smetana nach einer Bearbeitung von Karl-Wilhelm Hultsch, dem Tubisten des Ensembles, sehr einfühlsam vorgetragen. Im zweiten Teil des Konzertes folgte dann mit der Komposition „Gipfelstürmer“, geschrieben von der Trompeterin Elisabeth Fessler, eine klangvolle Darstellung der Berge, wie sie ein Wanderer liebt. Und schließlich brachte der Hornist Andreas Binder mit seinem Werk „One day of music“ musikalisch zum Ausdruck, wie ein typischer Tournee-Tag des Ensembles abläuft. Zum Schluss des Konzertes spielten die virtuosen Musiker „A Tribute to Queen“, arrangiert vom Trompeter und Ensemble-Gründer Hans Zellner. Alle Zuhörer der gut gefüllten Kirche bedankten sich mit einem kräftigen Applaus für die perfekten Darbietungen.
Am darauffolgenden Tag probte das Ensemble mit 60 interessierten Bläsern, die sich aus den unterschiedlichsten Posaunenchören aus dem Raum Bünde und Umgebung zusammensetzten, in der Gesamtschule Rödinghausen einige Stücke für den Gottesdienst am darauffolgenden Sonntag ein. Dieser fand statt in der Kreuzkirche in Bünde-Ennigloh und wurde gehalten vom Prädikanten Michael Ossowski, der auch den Anstoß für dieses Bläserwochenende gab. Das Thema des Gottesdienstes lautete: Gott loben – aber warum? In professioneller Art und Weise verband er seine Predigt mit den am Tag zuvor erarbeiteten Musikstücken und projizierten Fotos, um das gesprochene Wort auch über die Sinnesorgane Gehör und Auge zu vertiefen. Sehr beeindruckend war dabei das vom Bläserensemble Harmonic Brass vorgetragene Klangstück, indem die Szenen von Kreuzigung – Grabesstille – Auferstehung musikalisch interpretiert wurden Die Gemeinde bedankte sich für den gesamten Gottesdienst neben einem kräftigen Applaus mit einer großzügigen Kollekte.
Zum Abschluss der Bünder Bläsertage gab der Bundesjugendposaunenchor – kurz: BuJuPo – vom CVJM-Westbund aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens ein fulminantes Konzert. Die große Bünder Pauluskirche war für die 45 Bläser des Auswahlchores fast zu klein, um die großartigen Klänge der jungen Musiker zu fassen. Das Programm umfasste dabei sehr viele Kompositionen von Zeitgenossen, die teilweise sogar genau für dieses Blasorchester geschrieben wurden. Da wären exemplarisch zu nennen das Eröffnungsstück von Stefan Mey (1970) mit „Prelude for Brass“, das Charakterstück „Where Eagles soar“ von Stephen Reinecke (1970) oder die Vertrauenslieder-Suite vom bayerischen Landesposaunenwart Dieter Wendel (*1965).
Ganz besonders zu erwähnen sind aber auch die zwei Komponisten, die persönlich anwesend waren und ihre Kompositionen selbst dirigierten: Der Jazzposaunist Ingo Louis (1961) aus Köln mit seinem Stück „Abba-Mania“, ein Potpourri der bekanntesten Melodien der Band „Abba“, sowie der Jazztrompeter Martin Reuthner (1971) aus Siegen mit seinem ausdrucksstarken Stück „Go down Moses“.
Nicht vergessen werden dürfen die Auftragskompositionen von Michael Schütz (1963): Choralfantasie über „Nun danket alle Gott“, Jacob de Haan 1959): Choralpartita zu „Jesu meine Freude“ und Matthias Bucher (*1988): „Fanfare for Solemnity“.
Die Gesamtleitung des Konzertes hatte Klaus-Peter Diehl, Posaunenwart des CVJM-Westbunds und Gründer dieses besonderen Chores, unterstützt von seinen Kollegen Andreas Form und Andreas Tetkov.
Die knapp 300 Zuhörer bedankten sich mit einem lang anhaltenden und kräftigen Applaus für das großartige, zweieinhalb Stunden dauernde Konzert, bei dem die jungen Musiker unter Beweis stellten, dass sie auch als Amateure den Profis kaum etwas nachstehen.
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